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Einmal
Dreieich und zurück - Ein Abenteuertrip
Unsere Expedition in die fantastische Welt des Buchmesse Con begann im Freitagmorgengrauen. Freitag? Ja, klar,
immerhin hatten Ulrike Stegemann und ich unterwegs noch zwei
Stationen eingeplant. Von Sillium und Gronau aus ging es via
Hannover zuerst nach Solingen, in die Heimat der „Queen of
Fandom“, Christel Scheja. Christels „Legendensänger-Edition“
und Ulrikes „Elfenschrift“ hatten einen gemeinsamen Tisch auf
dem Con gebucht. Außerdem hatte Christel ein Auge auf den Deutschen
Phantatik Preis geworfen, dessen Vergabe jedes Jahr der Höhepunkt
und Abschluss des Cons ist. Aber was heißt „ein Auge“? Christel
hatte sogar zwei Eisen im Feuer und konnte sie am Ende anderthalbmal
vergolden ...
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Köln-Nippes (das heißt wirklich so, da
gab’s nämlich mal eine Nippes-Fabrik) ist die Heimat von
Charlotte Engmann, Autorin des Kjartan-Romans sowie einiger nicht
ganz jugendfreier Schriften und Herausgeberin der legendären
Vampir-Fanzines „Tales of Blood and Love“. Sie hatte uns
freundlicherweise ein Quartier angeboten. Ich glaubte zu diesem
Zeitpunkt noch, Köln sei ein Vorort von Frankfurt/Dreieich, und
habe jetzt wieder was dazugelernt.
Auf einer kleinen Privatführung erfuhren wir, dass die Welt untergehen würde, wenn der Kölner Dom irgendwann komplett fertig würde, und entwickelten interessante Theorien über das Aussterben der Saurier und über Kölner Dämonen. Ein rosafarbener Michelangelo-David und die Figuren von Tünnes und Schäl sind mir noch in Erinnerung – und natürlich die Geschichte der Heinzelmännchen. Der Abend war nett, die Nacht kurz, und niemand hat sich über mein Schnarchen beschwert. Allerdings guckte mich Ulrike ganz perplex an, als ich am nächsten Morgen aus dem Badezimmer kam. „Du singst ja wirklich unter der Dusche...“ Ja, klar. Und wenn ich die zweite Zeile von „Singing in the rain“ kennen würde, hätte ich auch noch viel länger gesungen. |
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Die Anfahrt zum Con – nun, die Formulierung
„Die Weibelfeldschule liegt hinter dem Feuerwehrgerätehaus“ auf
>www.buchmessecon.de< war
schon etwas irritierend. Um hinter das Gerätehaus zu kommen, muss
man nämlich exakt vor dem Gerätehaus rechts abbiegen. Immerhin,
als ich meinen tapferen Micra auf dem Lehrerparkplatz ausrollen
lasse und sage: „So, da wären wir, jetzt kann ich aufwachen“,
ist es knapp eine halbe Stunde vor Con-Beginn.
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Dass sie
ihren homoerotischen Episodenroman „Entführung nach Alhalon“
auspackt, habe ich bereits im Vorfeld verhindert, indem ich ihr am
Tag zuvor ihr letztes Exemplar abgekauft habe. Christel hat ihre
beiden Romane aus der Welt des „Schwarzen Auges“ mitgebracht:
„Katzenspuren“ und – mein absoluter Liebling – „Das
magische Erbe“. Der Knüller am Stand ist natürlich „Wolfgang
Hohlbeins Schattenchronik“, nominiert als beste Anthologie und für
die beste Einzelgeschichte, Christels „Der Verfluchte von
Tainsborough Manor“.
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| Ein paar Besucher an unserem Stand: Da war zum Beispiel der „Hunger-Gus“, ein kugelrunder Typ in Mönchskutte, der zusammen mit drei Kollegen das Team der „Apokalyptischen Schreiber“ bildete und uns schon zum Marburg-Con im Mai 2007 einlud. Oder Alfred Wallon, der Ulrike mit den Worten: „Na, du treulose Tomate“ begrüßte. Bernd Rothe („Welt der Geschichten“), dem ich vielleicht mal eine heimatlose SF-Story anbieten werde. Jennifer Schreiner, die von der Auswahl der Geschichten für „Satan GmbH und Co. KG“ noch etwas geschafft wirkte und sich fragt, warum so viele Autoren am Thema vorbeischreiben. Oliver Hohlstein, unser Mitstreiter vom OdysseeCon, der mir allerdings keinen Gewinn von der Odyssee-Verlosung mitbringen konnte. Schade. Oder Dieter König, der mit professionell gedruckten Werbeexemplaren auf der Suche nach einem Verleger für seinen SF-Roman „Ringfalle“ war. Und und und. |
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Die Lesung aus „Tabula rasa“ wollte ich natürlich
in keinem Fall verpassen. Schockierend, wie viele Physiker sich in
der Anthologie tummeln, da hatte Herausgeber Armin Rössler schon
recht. Umwerfend komisch die „Duett-Lesung“ von Armin und
Heidrun. Zwei Dialekte und zwei Welten prallen auf einander. Davor
Nina Horvath mit ihrem schönen „Originalton Süd“ aus der
austriakischen Story-Olympiaden-Abteilung, Bernhard Weißbecker und
Andrea Tillmanns.
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Ulrike kriegt das Lächeln
besser hin. Dafür macht sie dauernd die Augen zu, wenn ich abdrücke.
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| Christel trennen in der Kategorie „Beste Kurzgeschichte nur vier oder fünf Stimmen von Jürgen K. Brandner, der für „Moordämonennacht“ (Anthologie: Wildes Land) Platz eins erhielt. „Der Verfluchte von Tainsborough Manor“ aus der Schattenchronik erhält einen ehrenvollen zweiten Platz. Wenig später steht Christel auf der Bühne und nimmt den Preis für die beste Anthologie entgegen. Die Schattenchronik hat das Rennen gemacht. Armin Rösslers Anthologie „Überschuss“ schaffte es nur auf Platz fünf. Birgit Erwin erhielt für den Thriller „Lichtscheu“ im Wurdack-Verlag den dritten Preis in der Kategorie „Bestes Romandebüt“. Mein Lieblingscomic „Wurmics - Born to be Worm“ von Matthias Herkle ging als drittbester Comic des Jahres ins Ziel und Ernst als viertbester Grafiker. |
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Am Ende eines langen Con-Tages gossen sich die
letzten Mohikaner einen tiefschwarzen Kaffee hinter die Binde und
machten sich auf den Heimweg. Gegen Mitternacht schlugen wir in
Gronau auf, eine Dreiviertelstunde später erreichte ich das verträumte
Sillium und fiel in tiefen, traumlosen Schlaf.
Die Bilanz: Ich habe deutlich mehr Bücher erworben, als ich verkauft habe. Und hatte kurzfristig zwei Tischdecken mehr als vorher (Tschuldige, Charlie, das Paket ist schon auf der Post). Wir haben viele interessante und lustige Gespräche geführt und ein paar ganz tolle Leute kennen gelernt und wiedergetroffen. Nächstes Jahr geht es wieder nach Dreieich. |
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Text + Fotos: Petra Hartmann |